re:publica & Media Convention 2015 aus Mediasicht

Letzte Woche war ich wieder mal auf der re:publica, in dessen Rahmen dieses Jahr außerdem die Media Convention stattfand.

Das letzte mal war ich 2010 als Student dort. Viel verändert scheint sich nicht zu haben. Es war, wie erwartet, mal wieder jenes Klassentreffen, welches vor allem von Gesprächen auf dem Hof lebte. Daran habe ich diesmal leider nicht wirklich viel partizipieren können. Wenn man nicht mehr studiert, muss man u.U. eben leider auch während solcher Veranstaltungen verstärkt arbeiten.

Das nächste mal würde ich mir also eher frei nehmen, um etwas entspannter unterwegs zu sein 🙂

Ich möchte im Folgenden jene (wenige) Sessions teilen, welche für die Mediaagentur-Menschen unter uns von Relevanz waren:

THE VIDEO OFFENSIVE – PLATFORMS AND THEIR VIDEO STRATEGIES

Hier diskutierten MDs / Direktoren von YouTube, Facebook, Amazon Instant Video und Yahoo über die Potentiale ihrer Videoplattformen sowie des Markts im Allgemeinen.

Bzgl. YouTube wurden hier die YouTube Studios hervorgehoben (z.B. in Berlin – auch die WiWo hat über das Phänomen berichtet).
Kurz gesagt geht es darum durch jene Studios professionelleren Content anzubieten, welcher wiederum lukrativer für Werbetreibende sein soll.

Bzgl. Yahoo wurde betont, dass der Weg zum Content-Anbieter weiter beschritten würde. So sind diverse Eigenproduktionen für Europa in Planung, welche in den USA bereits umgesetzt wurden (z.B. Live-Konzerte mit hochkarätigen Acts). Aber auch eigene Serienformate sind in Planung, so dass man sich tendenziell Richtung Netflix/Amazon bewegt.

Bzgl. FB und Amazon Instant Video ist bei mir nichts Erwähnenswertes hängengeblieben.

ADBLOCK PLUS: EIN WERBEBLOCKER ALS RETTER DER ONLINE-WERBUNG? 

Diverse große Publisher haben bereits gegen AdBlock Plus geklagt, diverse Medien berichteten und berichten über den Rechtsstreit.
Teilhaber Tim Schumacher trägt vor und muss sich (ca. ab Minute 20) zurecht einige kritische Fragen stellen lassen.

WARUM ONLINEWERBUNG SO SCHLECHT IST

Der ehemalige Golem.de GF Jens Ihlenfeld mit einer interessanten (teils eher technischen) Außensicht auf unsere Branche. Vieles ist richtig, teilweise etwas zynisch und übertrieben: „Man muss sich das so vorstellen: Da sitzt ein Mediaplaner Anfang 20 in einer Mediaagentur, entscheidet über ein Millionen-Budget und wird daran gemessen, wie hoch die Click-Rate ist.“

NEUE WERBEFORMEN – NEUE WERBEAUFSICHT. IMPULSE FÜR REGULIERUNG AUF VIDEOPLATTFORMEN

Content Management Beraterin Theresa Grotendorst spricht zunächst über nicht deutlich erkennbare Werbung (Stichwort Trennungsgebot / Product Placement) auf YouTube, Branded Journalism/Content und diverse Formen von Native Advertising. Wie man mit jenen Phänomenen umgeht, diskutieren dann diverse Medientreibende – und Regulierende.

Einerseits sei all das natürlich nicht neu, da bereits vor 30 Jahren in Formaten wie Wetten Dass Schleichwerbung betrieben und zunächst weitgehend akzeptiert wurde.
Andererseits sind die Medien mittlerweile natürlich weitaus komplexer geworden, so dass Medienkompetenz und Regulierung mittlerweile weitaus kompliziertere Themen geworden sind.

Als positiv hervorgehoben wird z.B. die Kampagne der TK, u.a. mit YouTube-Star LeFloid.
Alles in allem eine sehr interessante Diskussion über das Thema Werbekennzeichnung und -regulierung.

Außerdem hielt Rechtsanwalt Thomas Schwenke einen Beitrag über Schleichwerbung, welcher leider nicht vertont worden zu sein scheint.

Nächstes Jahr gern wieder. Dann aber mit ’nem Tag Urlaub, um mit all den bekannten Gesichtern auch mal (länger) zu schnacken.

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